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Israel Shahak:
Jüdische Religion,
Jüdische Geschichte
(Book online)
28



4. Polen

Das alte Polen vor 1795, eine Adelsrepublik mit einem Wahlkönig, ist ein entgegengesetztes Beispiel. Es zeigt, daß die Juden vor dem Entstehen des modernen Staates eine bedeutende soziale Stellung und die höchste innere Autonomie hatten, und zwar unter einem Regime, das in einem Zustand völliger Degenerierung verharrte.

Aus mehreren Gründen hinkte die Entwicklung des mittelalterlichen Polen hinter Ländern wie England und Frankreich her. Eine starke, feudalistisch zu nennende Monarchie ohne parlamentarische Institutionen gab es nur im 14. Jahrhundert, besonders unter Kasimir dem Großen (1333 bis 1370). Unmittelbar nach seinem Tod führten Wechsel in der Dynastie und andere Faktoren zu einer schnellen Machtentfaltung der adligen Magnaten und dann auch des niederen Adels, so daß bis 1572 der Prozeß, den König auf einen Strohmann zu reduzieren und die nichtadligen Stände von der politischen Macht auszuschließen, nahezu beendet war. In den folgenden beiden Jahrhunderten entwickelte sich Polen infolge einer fehlenden Regierung zu der bekannten Anarchie. Dies ging soweit, daß ein Adliger eine Gerichtsentscheidung nur als Lizenz zur Führung eines Privatkriegs zur Durchsetzung des Spruches (es gab keine andere Möglichkeit zur Durchsetzung) betrachtete und im 18. Jahrhundert Fehden zwischen den großen Adelshäusern mit Privatarmeen ausgetragen wurden, die eine Mannschaftsstärke von mehreren zehntausend hatten und größer als die lächerlichen Kräfte der offiziellen Armee der Adelsrepublik waren.

Begleitet wurde dieser Prozeß von einer Verschlechterung der sozialen Stellung der polnischen Bauern (die im Frühmittelalter frei waren) bis zu reiner Leibeigenschaft, die sich kaum noch von Sklaverei unterschied und sicherlich die härteste in ganz Europa war. Der Wunsch des Adels in den benachbarten Ländern, die Macht des polnischen Pan über seine Bauern zu besitzen (einschließlich der Macht über Leben und Tod ohne das Recht auf Berufung) förderte die territoriale Expansion Polens. Am schlechtesten war die Lage in den "östlichen" Ländern Polens (Weißrußland und Ukraine), die von gerade in die Leibeigenschaft geratenen Bauern kolonisiert und besiedelt wurden. Eine kleine, jedoch hochrangige Anzahl von Juden lebte augenscheinlich seit dem 10. Jahrhundert in Polen. Eine jüdische Einwanderung in größem Umfang begann im 13. Jahrhundert und erreichte unter Kasimir dem Großen den Höhepunkt. Gleichzeitig verschlechterte sich die Lage der Juden in West- und dann in Mitteleuropa. Über das polnische Judentum in dieser Zeit ist nur wenig bekannt. Doch mit dem Niedergang der Monarchie im 16. Jahrhundert, und zwar besonders unter Sigismund I. (1506 bis 1548) und seinem Sohn Sigismund II. August I. (1548 bis 1572), erlangten die Juden schlagartig soziale und politische Bedeutung, begleitet wie üblich mit einem höheren Grad an Autonomie. Dies war jene Zeit, in der die Juden Polens ihre umfangreichsten Privilegien erhielten, was in der Schaffung der bekannten Vierländersynode, einem sehr wirksamen autonomen jüdischen Organ zur Herrschaft und Rechtsprechung über alle Juden in den vier Landesteilen Polens, gipfelte. Eine ihrer vielen wichtigen Aufgaben bestand darin, sämtliche Steuern von Juden im ganzen Land einzuziehen, einen Teil des Ertrages für eigene Zwecke und für die örtlichen jüdischen Gemeinden abzuzweigen und den Rest dem staatlichen Schatzamt zu übergeben.

Welche soziale Rolle spielte nun das polnische Judentum vom Beginn des 16. Jahrhunderts bis 1795? Mit dem Niedergang der königlichen Macht übernahm der Adel sehr schnell die Aufgabe, die der König hinsichtlich der Juden ausübte, und zwar mit langandauernden und tragischen Ergebnissen für die Juden selbst und für die einfachen Leute in der polnischen Adelsrepublik. In ganz Polen nutzten Adlige die Juden als Mittelsmänner, die wirtschaftliche Kraft der ohnehin schon schwachen königlichen Städten zu untergraben. Unter den Ländern der westlichen Christenheit unterlag nur in Polen der Grundbesitz eines Adligen in einer königlichen Stadt nicht den Gesetzen der Stadt und den Satzungen der Zünfte. In den meisten Fällen setzten die Adligen ihre jüdischen Abhängigen in diesen Landbesitz ein und schufen somit den Grund für einen permanenten Konflikt. Die Juden waren in der Regel "siegreich" in dem Sinne, als die Städte sie weder unterdrücken noch vertreiben konnten. Bei den häufigen Volksaufständen verloren Juden ihr Leben (und häufiger ihren Besitz), während die Adligen die Profite einstrichen. Ähnliche oder noch schlechtere Folgen hatte die häufige Verwendung von Juden als kommerzielle Vermittler des Adels: Sie brauchten die meisten polnischen Abgaben und Zölle nicht zu bezahlen, was ein Nachteil für die polnischen Bürger war.

Die am andauerndsten und tragischsten Folgen zeigten sich in den östlichen Provinzen Polens, und zwar etwa im Bereich östlich von der heutigen Grenzen sowie in fast dem gesamten Gebiet der Ukraine bis hin zur russischen Sprachgrenze (bis 1667 reichte die polnische Grenze weit östlich über den Dnjepr hinaus, so daß z.B. Poltawa in Polen lag). In diesem großen Gebiet gab es nahezu keine königlichen Städte. Die Städte wurden von den Adligen gegründet, gehörten ihnen und wurden nahezu ausschließlich von Juden besiedelt. Bis 1939 betrug ihr Bevölkerungsanteil in vielen polnischen Städten östlich des Bug etwa 90%. Dieses demographische Phänomen war noch ausgeprägter in jenem Gebiet des zaristischen Rußland, das ehemals zu Polen gehörte und als jüdischer Pale-Distrikt bekannt ist. Außerhalb der Städte waren in ganz Polen, und hier besonders im Osten, viele Juden als direkte Bewacher und Unterdrücker der geknechteten Bauernschaft beschäftigt - als Verwalter ganzer Rittergüter (ausgestattet mit der vollständigen Hausgewalt des Eigentümers) oder als Pächter bestimmter feudaler Monopole, wie Mühlen, Bäckereien, Wirtshäuser oder Destillerien (mit dem Recht, bewaffnet die Bauernhäuser nach illegal gebranntem Alkohol zu durchsuchen) sowie als Eintreiber feudaler gewohnheitsrechtlicher Abgaben aller Art. Kurz gesagt, im östlichen Polen waren die Juden unter der Herrschaft des Adels (und der feudalisierten Kirche, die ausschließlich vom Adel gebildet wurde) sowohl unmittelbare Ausbeuter der Bauernschaft als auch nahezu die einzigen Stadtbewohner.

Zweifellos erhielten die Gutsherren auf diese oder jene Weise die von den Juden den Bauern abgepreßten Profite. Zweifellos gab es auch eine starke Unterdrückung und Unterjochung der Juden durch den Adel. Die historischen Berichte erzählen so manche erschreckende Geschichte über die Nöte und die Demütigungen, die der Adel "seinen Juden" zufügte. Wie wir aber schon gesehen haben, litten die Bauern am schwersten unter der Unterdrückung sowohl durch die Gutsherren als auch durch die Juden. Man kann annehmen, daß außer während der Bauernaufstände die Bauern von der vollen Wucht der jüdischen religiösen Gesetze gegen Nichtjuden getroffen wurden. Wie wir im nächsten Kapitel erfahren werden, wurden diese Gesetze nur dann zeitweilig außer Kraft gesetzt oder abgeschwächt, wenn man befürchtete, sie könnten gefährliche Feindschaft gegen die Juden wecken. Die Feindseligkeit der Bauern konnte man jedoch solange als wirkungslos vernachlässigen, als sich der jüdische Gutsverwalter hinter dem Rücken seines Gutsherrn verkriechen konnte.

Bis zur Entstehung moderner Staaten blieb die Situation gleich. Zu dieser Zeit war Polen schon auseinandergefallen. Deshalb war es das einzige große Land im westlichen Christentum, aus dem die Juden nie vertrieben wurden. Eine neue Mittelklasse konnte aus der vollständig versklavten Bauernschaft nicht entstehen. Das alte Bürgertum lebte nur in begrenzten Gebieten, war wirtschaftlich schwach und deshalb machtlos. Die Lage verschlechterte sich insgesamt, hatte jedoch keine grundlegende Änderung zur Folge.

Die innere Lage der jüdischen Gemeinden entwickelte sich auf ähnliche Art und Weise. In der Periode von 1500 bis 1795, einer Zeit des ausgeprägtesten Aberglaubens in der Geschichte des Judaismus, übertraf das polnische Judentum an abergläubischer Furcht und Fanatismus alle anderen jüdischen Gemeinschaften. Die beträchtliche Macht der jüdischen Selbstverwaltung wurde immer stärker ausgeübt, um alle originellen und neuen Gedanken zu unterdrücken, die schamlose Ausbeutung der jüdischen Armen durch die jüdischen Reichen und die Rabbiner zu fördern und die Rolle der Juden bei der Unterdrückung der Bauern im Dienste des Adels zu rechtfertigen. Auch hier fand sich mit Ausnahme einer Befreiung von außen kein Ausweg. Im Polen vor 1795, wo die Juden eine größere soziale Rolle als jede andere klassische Diaspora spielten, zeigt sich besser als in jedem anderen Lande der Bankrott des klassischen Judaismus.
 
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Israel Shahak:
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"Jüdische Religion, Jüdische Geschichte":
Inhaltsverzeichnis: 

A/ 1- Israel - ein Utopia für Auserwählte?

B/ 6- Vorurteile und Verfälschungen

C/ 12- Orthodoxie und Interpretation

D/ 23- Die Bürde der Geschichte

E/ 33- Gesetze gegen Nichtjuden

F/ 49- Politische Konsequenzen




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