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Israel Shahak:
Jüdische Religion,
Jüdische Geschichte
(Book online)
26



2. Moslemische Länder

Dasselbe allgemeine Schema gilt für die jüdischen Gemeinden während der klassischen Zeit in den moslemischen Ländern, jedoch mit der wichtigen Ausnahme, daß die Austreibung der Juden dort nahezu unbekannt war, weil gegen das islamische Recht verstoßend. (Das katholische Kirchenrecht im Mittelalter macht dagegen keine Aussagen zur Zulässigkeit oder Unzulässigkeit solch einer Vertreibung.)

Die jüdischen Gemeinden gediehen während des bekannten, jedoch sozial mißdeuteten jüdischen Goldenen Zeitalters in moslemischen Ländern unter Regimen, die sich in besonderer Weise von der Mehrheit der von ihnen beherrschten Menschen abhoben und deren Macht auf nichts als nackter Gewalt und einer Söldnertruppe beruhte. Das beste Beispiel hierfür ist das maurische Spanien, wo das wahre jüdische Goldene Zeitalter (der Philosophie, der hebräischen Dichtung usw.) genau mit dem Niedergang des spanischen Kalifats der Omaijaden nach dem Tode des de facto Herrschers Al-Mansur im Jahre 1002 und der Einrichtung zahlloser kleiner Königreiche beginnt, die alle auf nackter Gewalt beruhen. Der Aufstieg des bekannten Oberbefehlshabers und Premierministers des Königreiches Granada, Samuel der Fürst (Samuel ha-Nagid bzw. Samuel ibn Nagrela, 993 bis 1055), eines der größten hebräischen Poeten aller Zeiten, war möglich, weil es sich bei dem Königreich, dem er diente, um die Tyrannei einer ziemlich kleinen berberischen Militärmacht über die arabischsprechenden Einwohner handelte. Ähnlich war die Lage in den anderen arabisch-iberischen kleinen Königreichen. Die Stellung der Juden verschlechterte sich etwas mit der Errichtung des Regimes der Almoraviden (1086 bis 1147) und wurde unter dem starken und volksverbundenen Regime der Almohaden (nach 1147) gefährlich, als wegen der Verfolgungen die Juden in die christlichen spanischen Königreiche emigrierten, in denen die Könige noch nicht so mächtig waren.

Ähnliches beobachtet man in den Staaten des moslemischen Ostens. Der erste Staat, in dem die jüdische Gemeinde eine Stellung mit wichtigem politischen Einfluß erreichte, war das Reich der Fatimiden. Dies gilt besonders für den Zeitpunkt nach der Eroberung Ägyptens im Jahre 969, weil es auf der Herrschaft einer religiösen Minorität der schiitischen Ismailiten beruhte. Dasselbe Phänomen läßt sich in den Staaten der Seldschuken mit ihren feudalen Armeen - Söldnertruppen und in steigendem Maße auch Sklaventruppen (Mameluken) - und in ihren Nachfolgestaaten beobachten. Die Vorliebe Saladins für die jüdischen Gemeinden, erst in Ägypten und dann in anderen Teilen seines sich ausweitenden Reiches, begründete sich nicht nur auf seinen echten persönlichen Qualitäten, wie Toleranz, Warmherzigkeit und tiefer politischer Weisheit, sondern gleichermaßen auf seinem Machtzuwachs als rebellischer Befehlshaber der neu in Ägypten eingetroffenen Söldnertruppen und später als Usurpator der dynastischen Macht, der er (wie sein Vater und sein Onkel vor ihm) gedient hatte.

Das vielleicht beste islamische Beispiel ist der Staat, in dem die Juden eine bessere Stellung als irgendwo anders im Osten seit dem Niedergang des alten Persischen Reiches hatten, nämlich das Osmanische Reich, besonders auf seinem Höhepunkt im 16. Jahrhundert. Wie allgemein bekannt, basierte die Herrschaft der Osmanen zunächst auf dem nahezu vollständigen Ausschluß der Türken selbst (nicht zu erwähnen die anderen gebürtigen Moslems) von den politischen Machtstellungen und vom wichtigsten Teil der Armee, nämlich der Janitscharen (aus in der Kindheit entführten und in speziellen Schulen ausgebildeten Sklaven christlicher Herkunft rekrutiert). Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts konnte kein frei geborener Türke Mitglied der Janitscharen werden oder ein wichtiges Regierungsamt bekleiden. Unter solch einem Regime spielten die Juden in ihrem Wirkungskreis eine ganz ähnliche Rolle wie die Janitscharen in ihrem Bereich. Daher hatten die Juden die beste Stellung unter einem Regime, das sich von den regierten Untertanen politisch am meisten abhob. Mit der Zulassung der Türken selbst (sowie einiger anderer Moslemvölker wie der Albaner) zur herrschenden Klasse des Osmanischen Reiches erfährt die Stellung der Juden ihren Niedergang, der wegen der andauernden Willkürmaßnahmen und des unvölkischen Charakters des Osmanischen Regimes nicht allzu abrupt verlief.

Meines Erachtens ist dieser Punkt besonders wichtig, weil sich palästinensische und andere arabische Propagandisten auf die relativ gute Lage der Juden unter dem Islam im allgemeinen und unter bestimmten islamischen Regimen im besonderen in einer sehr einfältigen, obgleich wohlmeinenden Weise berufen. Zunächst einmal verallgemeinern sie und reduzieren ernste Fragen der Politik und Geschichte auf reine Schlagwörter. Zugegeben, die Stellung der Juden war im allgemeinen viel besser unter dem Islam als unter dem Christentum. Als wichtige Frage bleibt jedoch, unter welchem Regime sie besser oder schlechter war. Wir haben gesehen, wohin solch eine Analyse führt.

Als zweiter und noch wichtigerer Punkt bleibt anzuführen, daß in einem vormodernen Staat die "bessere" Stellung der jüdischen Gemeinde in der Regel eine stärkere Tyrannei zur Folge hatte, die die Rabbiner in dieser Gemeinschaft gegenüber anderen Juden ausübten. Dazu ein Beispiel: Unter Berücksichtigung seiner Zeit ist Saladin sicherlich eine Gestalt, die tiefen Respekt abverlangt. Doch trotz dieses Respektes kann ich nicht vergessen, daß die größeren der jüdischen Gemeinde in Ägypten gewährten Privilegien und die Ernennung von Maimonides als Oberhaupt (Nagid) sofort eine starke religiöse Verfolgung der jüdischen "Sünder" durch die Rabbiner nach sich zog. So ist es z.B. jüdischen "Priestern" (angeblichen Abkömmlingen der antiken Priester, die im Tempel dienten) verboten, nicht nur Prostituierte, sondern auch Geschiedene zu heiraten. Dieses Verbot, das immer Schwierigkeiten bereitete, verletzten während der Anarchie unter den letzten Fatimiden (etwa 1130 bis 1180) solche "Priester", die entgegen dem jüdischen religiösen Gesetz jüdische geschiedene Frauen in islamischen Gerichten (die auch Nicht-Moslems trauen durften) heirateten. Die größere von Saladin zugestandene Toleranz für "die Juden" bei seiner Machtübernahme versetzte Maimonides in die Lage, Befehle an die rabbinischen Gerichte in Ägypten zu erteilen, alle unerlaubt verheirateten Juden zu ergreifen und auszupeitschen, bis sie ihrer Ehescheidung "zustimmten". Im Osmanischen Reich war die Macht der rabbinischen Gerichte ebenfalls sehr groß und infolgedessen auch höchst bösartig. Deshalb sollte man die Stellung der Juden in moslemischen Ländern der Vergangenheit nie als politisches Argument im Zusammenhang mit der Gegenwart (oder der Zukunft) benutzen.  

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Das christliche Spanien

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Israel Shahak:
(Online)
"Jüdische Religion, Jüdische Geschichte":
Inhaltsverzeichnis: 

A/ 1- Israel - ein Utopia für Auserwählte?

B/ 6- Vorurteile und Verfälschungen

C/ 12- Orthodoxie und Interpretation

D/ 23- Die Bürde der Geschichte

E/ 33- Gesetze gegen Nichtjuden

F/ 49- Politische Konsequenzen



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