"Lüge vergeht, Wahrheit besteht!"
-Helmuth von Moltke

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Die Gruendungsmythen

der israelischen Politik

von Roger Garaudy

Deutsche Übersetzung: Peter Töpfer


Vorwort

 Der Fundamentalismus ist eine toedliche Krankheit unserer Zeit, des Endes unseres Jahrhunderts: Der Fundamentalismus ist Urheber von Gewalt und Krieg. In "Grandeur et décadences de l'Islam" (1)weise ich auf das Epizentrum des moslemischen Integrismus, Saudi-Arabien. In diesem Buch nenne ich Koenig Fahd, den Komplizen der Amerikaner bei der Invasion im Mittleren Osten, eine "politische Prostituierte", die aus dem Islamismus die Krankheit des Islam macht. Ich habe die Krankheit bei den Moslems mit dem Risiko bekaempft, Miszfallen bei denen zu erregen, die dergleichen nicht hoeren wollten.

Zwei Buecher habe ich dem roemisch-katholischen Integrismus gewidmet, der zwar "das Leben zu schuetzen" behauptet und ueber das Embryo gelehrte Abhandlungen verfaszt, zu den jaehrlich an Unterernaehrung und Hunger sterbenden dreizehn Millionen Kindern - Opfer des von der US-Herrschaft aufgezwungenen "Monotheismus des Marktes" - aber schweigt: Es sind dies "Avons-nous besoin de Dieu?" ("Brauchen wir Gott?") (2) und "Vers une guerre de religion. Contre le monothéisme du marché" ("Vor einem Krieg der Religionen. Gegen den Monotheismus des Marktes)" (3) Ich habe diese Buecher mit dem Risiko geschrieben, Miszfallen bei denen zu erregen, die es nicht gern hoerten, wenn ich sagte: "Der Christus des Paulus ist nicht Jesus." Ich bekaempfe heute mit diesem Text "Die Gruendungsmythen der israelischen Politik" (4) bei den Juden mit dem Risiko, die Blitze der Israelo-Zionisten auf mich zu ziehen, die es schon nicht gern gehoert hatten, als Rabbi Hirsch sie daran erinnerte, dasz "der Zionismus das juedische Volk als eine nationale Angelegenheit definieren will, was eine Heraesie bedeutet". (5) " Mythos und Politik", entlarvt die Haeresie des politischen Zionismus. Eine Heraesie, die darin besteht, dasz durch eine wortwoertliche und zudem selektive Auslegung eines offenbarten Wortes eine Religion zum Werkzeug einer Politik gemacht, zu deren Heiligung gebraucht wird; eine Haeresie, die darin besteht, den Gott Israels durch den Staat Israel zu ersetzen, durch atombetriebene und unversenkbare Flugzeugtraeger der derzeitigen Herren der Welt - den USA -, die darauf aus sind, sich des Öls des Mittleren Ostens, dem Nerv des Wachstums a l'occidentale zu bemaechtigen. (Dieses "Wachstums"-Modell kostet der Dritten Welt - mittels des Internationalen Waehrungsfonds - jeden zweiten Tag so viel Tote wie die Bombe von Hiroshima.)

Dieser Text ist Teil einer Trilogie, die ich zur Bekaempfung der Menschenverachtung geschrieben habe, und keineswegs eine erste und singulaere Äuszerung in dieser Sache. Von Lord Balfour, der, als er den Zionisten ein Land auslieferte, das ihnen nicht gehoert, erklaerte, es sei ihm "unwichtig, welches System eingefuehrt wird, solange wir das Öl des Mittleren Ostens kontrollieren, denn es ist entscheidend, weiter Zugang zu diesem Öl zu haben" (6), bis zum amerikanischen Staatssekretaer Cordell Hull, der sagte, man muesse wissen, dasz "das saudische Öl einen der maechtigsten Hebel der Welt darstellt" (7), wird den zionistischen Fuehrern Israels stets die gleiche Aufgabe zugewiesen, die der ehemalige NATO-Generalsekretaer Joseph Luns folgendermaszen formulierte: "Israel war der billigste Soeldner unserer Zeit." (8) Ein gleichwohl sehr gut bezahlter Soeldner, wenn man bedenkt, dasz beispielsweise zwei Millionen Israelis von 1951 bis 1959 pro Kopf hundert Mal mehr bekommen haben als zwei Milliarden Bewohner der Dritten Welt. Und ein vor allem gut beschuetzter Soeldner: Von 1972 bis 1996 haben die USA dreiszig Mal ihr Veto gegen eine Verurteilung Israels durch die Vereinten Nationen eingelegt, waehrend ihre Fuehrer, wie in der Zeitschrift Kivunim (9) dargelegt, zur Zeit der Invasion des Libanon das Programm der Aufloesung aller Staaten des Mittleren Ostens in Gang setzten. Diese Politik, bedingungslos von den USA unterstuetzt, beruht auf der Idee, dasz das Voelkerrecht ein "Fetzen Papier" (Ben Gurion) sei; gleiches gilt fuer die UN-Resolutionen 242 und 338, die den Rueckzug Israels aus dem Westjordanland und von den Golanhoehen fordern, und die einhellige Verurteilung der Annexion Jerusalems, fuer die sogar die USA stimmten, die jede Art von Sanktion indes verhinderten. Eine solche Position, zu der sich zu bekennen sehr schwierig waere, erfordert eine entsprechende Verschleierung: Zunaechst haben wir es mit einer angeblich "theologischen" Rechtfertigung der Aggressionen mittels einer intergristischen Interpretation der offenbarten Schriften zu tun, die den Mythos in Geschichte verwandelt: Das groszartige Symbol der bedingungslosen Unterwerfung Abrahams unter den Willen Gottes und dessen Segen "aller Geschlechter der Erde" wird in sein Gegenteil verkehrt und nur noch auf den eigenen Stamm bezogen: Das eroberte Land wird, wie bei allen Voelkern des Mittleren Ostens von Mesopotamien ueber die Hethiter bis nach Ägypten, zum "verheiszenen Land".

Das gleiche gilt fuer den Exodus, dieses ewige Symbol fuer die Befreiung der Voelker von Unterdrueckung und Tyrannei, auf das sich der Koran (44,31-32), als auch die heutigen "Befreiungstheologen" berufen. Waehrend es sich aber an alle, dem Willen eines universellen Gottes folgenden Voelker richtet, wird es zu einem singulaeren Wunder und zum Privileg, das ein partieller und parteiischer Gott einem auserwaehlten Volk zugeteilt haette, wie wir es aus allen Stammesreligionen und Nationalismen kennen, in denen jeweils von sich behauptet wird, das auserwaehlte Volk zu sein, dessen Aufgabe es sei, Gottes Willen zu erfuellen: Gesta Dei per Francos in Frankreich, Gott mit uns in Deutschland, Christus-zum-Koenig-machen bei Franco, In God we trust, diese Gotteslaesterung auf jedem Dollar: allmaechtiger Gott des Monotheismus von Geld und Markt.

Und dann dieser moderne Mythos vom Staat Israel als "Antwort Gottes auf den Holokaust": als ob Israel die einzige Zufluchtsstaette vor der hitler'schen Barbarei gewesen sei, wo doch Jitzhak Schamir selbst (der den Deutschen bis zu seiner Festnahme durch die Briten wegen Kollaboration mit dem Feind und wegen Terrorismus ein Buendnis angeboten hatte) schreibt: "Im Gegensatz zur allgemeinen Annahme, waren die meisten israelischen Einwanderer nicht überlebende des Holokausts, sondern aus der Region stammende arabische Juden." (10) Muszte die Zahl der Opfer also aufgebauscht werden? Auf der Gedenktafel in Auschwitz stand bis ins Jahr 1994 "vier Millionen Opfer". Die neue Tafel verkuendet heute "ungefaehr anderthalb Millionen Opfer". Man hat die Menschheit glauben machen muessen, sie haette dem "groeszten Voelkermord der Geschichte" beigewohnt, wobei man die sechzig Millionen Indianer, die einhundert Millionen Schwarzen (auf einen eingefangenen Afrikaner kamen zehn getoetete), sogar Hiroschima und Nagasaki und die fuenfzig Millionen Toten dieses Zweiten Weltkrieges in Vergessenheit geraten liesz, so als ob der Hitlerismus nur ein groszer Pogrom und kein Verbrechen gegen die gesamte Menschheit gewesen waere. Ist man etwa Antisemit, wenn man sagt, dasz die Juden sehr hart getroffen wurden, aber nicht die einzigen waren, und darauf verweist, dasz das Fernsehen immer nur von diesen, aber nicht von den anderen Opfern spricht? Auszerdem hat man, um die Verschleierung zu vervollkommnen, den tatsaechlich stattgefundenen Massenmord mit einem der Theologie entlehnten Namen versehen und ihn gewissermaszen dem Plan Gottes zuschreiben muessen, so wie es beispielsweise mit der Kreuzigung Christi geschehen war. (11)

Es gilt, von jener Politik den ideologischen Schleier zu reiszen, um zu verhindern, dasz diese mit der groszartigen überlieferung der Propheten Israels verwechselt werde. Mein Freund Bernard Lacache, dem Gruender der LICA (der spaeteren LICRA (12)), und ich, die wir in dasselbe Konzentrationslager deportiert waren, haben unseren Kameraden in Abendkursen von der Groesze, dem Universalismus und der befreienden Kraft dieser juedischen Propheten erzaehlt. Dieser prophetischen Botschaft bin ich immer treu geblieben, auch als ich nach fuenfunddreiszig Jahren des Kampfes als Kommunist 1970 aus der Kommunistischen Partei, derem Politbuero ich angehoerte, ausgeschlossen wurde, weil ich bereits 1968 gesagt hatte: "Die Sowjetunion ist kein sozialistisches Land." Und genau so sage ich heute: "Die Herrschaftstheologie der roemischen Kurie verraet Christus; der Islamismus verraet den Islam und der politische Zionismus ist das Gegenteil der groszen juedischen Prophezeiungen."

Schon als ich zur Zeit des Libanon-Krieges mit Pater Lelong (13), Pastor Matthiot und Jacques Fauvet von der LICRA vor Gericht gebracht worden bin, weil wir in Le Monde (14) mit Wohlwollen des Chefredakteurs geschrieben hatten, dasz die Invasion des Libanon in der Logik des politischen Zionismus steht, hat das Gericht von Paris mit Beschlusz vom 24. Maerz 1983 - im Berufungsverfahren und dann endgueltig vom Kassationsgericht bestaetigt - die LICRA "in Anbetracht dessen, dasz es sich um eine statthafte Kritik an der Politik eines Staates und einer diesen tragenden Ideologie, und nicht um eine Aufstachelung zum Rassenhasz handelt (...) in all ihren Klagen abgewiesen und sie zur Zahlung der Gerichtskosten verurteilt". Der vorliegende Text bleibt unserer damaligen politischen und ideologischen Kritik treu, auch wenn seither ein Schandgesetz - das des "Kommunisten" Gayssot - zur Unterdrueckung der freien Meinungsaeuszerung verabschiedet wurde, das aus dem Urteil des Nuernberger Tribunals den Maszstab der historischen Wahrheit machen und ein Meinungsdelikt einfuehren sollte. (15) Der Vorschlag zu diesem Gesetz ist in der damaligen Nationalversammlung vom heutigen Justizminister bekaempft worden. (16)

Mit dem vorliegenden Text soll ein Beitrag geleistet werden im Kampf um einen echten Frieden, der auf der Achtung vor der Wahrheit und dem Voelkerrecht beruht. Selbst in Israel werden die Mythen des politischen Zionismus, nachdem sich herausstellt, wie schaedlich sie fuer den Staat Israel selbst und fuer den Weltfrieden sind von den "neuen Historikern" der Hebraeischen Universitaet von Tel Aviv und den israelischen Anhaenger der Friedensbewegung mutig hinterfragt; insbesondere auch nach den Morden jener, die "in Treue zu ihren Propheten stehen", nach den Morden Baruch Goldsteins in El Chalil (Hebron) und Jigal Amirs an Premierminister Jitzhak Rabin: Die Wahrheit befindet sich auf dem Vormarsch, und nichts kann sie aufhalten.

Der intellektuelle Terrorismus einer bereits von General de Gaulle fuer ihren "uebermaeszigen Einflusz auf die Medien" kritisierten Lobby hat mich in Frankreich zu einer Vorabveroeffentlichung dieses Textes in einer den Festbeziehern vorbehaltenen Sonderausgabe der Zeitschrift La Vieille Taupe (17) schreiten lassen. Diese Tatsache - Ausdruck dafuer, in welcher Lage sich Frankreich heute befindet - scheint die Aufmerksamkeit der Kommentatoren mehr auf sich gezogen zu haben als der Inhalt. Inzwischen liegen übersetzungen bereits in den USA, in Italien, im Libanon, in der Tuerkei und in Brasilien vor bzw. werden demnaechst veroeffentlicht. Auch eine russische übersetzung ist in Vorbereitung. Der franzoesische Text ist im internationalen Datennetz ("Internetz") zugaenglich. (18) Es wird ein weiterer Beitrag zur kritischen Zeitgeschichtsschreibung im Kampf gegen mythologische Verirrungen sein.

Was ist nun der Zionismus - und nicht der juedische Glaube -, den ich kritisiere? Er hat selbst viele Definitionen von sich gegeben: Erstens ist er eine politische Doktrin. "Seit 1896 bezeichnet Zionismus die von Theodor Herzl gegruendete politische Bewegung." (19) Zweitens ist der Zionismus eine nationalistische Doktrin, die nicht dem Judaismus entstammt, sondern dem europaeischen Nationalismus des 19. Jahrhunderts. Der Gruender des politischen Zionismus berief sich nicht auf die Religion: "Ich folge keinem religioesen Antrieb." (20) "Ich bin Agnostiker." (21) Was ihn interessiert, ist nicht so sehr das "heilige Land": Fuer seine nationalistischen Ziele gibt er sich auch mit Uganda, +Tripolitaine (Lybien?), Zypern, Argentinien, Mosambik oder dem Kongo zufrieden. (22) Doch angesichts der Gegnerschaft seiner Freunde juedischen Glaubens wird ihm die Bedeutung der "maechtigen Legende" bewuszt, die "einen Sammelruf von unwiderstehlicher Macht darstellt." (23) Es ist eine stark mobilisierende Losung, die dieser Realpolitker sehr wohl zu nutzen weisz. Und so verkuendet er, wobei er die "maechtige Legende" von der "Rueckkehr" in die historische Wirklichkeit uebersetzt: "Palaestina ist unsere unvergeszliche historische Heimat. Dieser Name allein waere ein gewaltig ergreifender Sammelruf fuer unser Volk." (24) Die juedische Frage ist fuer ihn weder eine soziale, noch eine religioese Frage; es ist eine nationale Frage.

Drittens ist der Zionismus eine kolonialistische Doktrin. Auch hier verbirgt der gescheite Theodor Herzl seine Ziele nicht: In einer ersten Etappe seien Chartergesellschaften unter dem Schutz Englands oder irgendeiner anderen Groszmacht zu schaffen, um aus diesen, wenn die Zeit gekommen sein werde, den Judenstaat entstehen zu lassen. Zu diesem Zwecke wendet er sich an denjenigen, der sich in derartigen Operationen als Meister erwiesen hatte: an Kolonialwarenhaendler Cecil Rhodes, der mit seiner Chartergesellschaft Suedafrika ueberzog und nach dem dann auch ein Teil des suedlichen Afrikas benannt wurde: Rhodesien. Theodor Herzl schreibt ihm am 11. Januar 1902: "Bitte senden Sie mir einen Brief und schreiben Sie mir, dasz Sie mein Programm geprueft haben und es billigen. Sie werden sich vielleicht fragen, warum ich mich an Sie wende, Herr Rhodes. Weil mein Programm ein koloniales Programm ist." (25)

Politisch, nationalistisch und kolonialistisch: Das sind die drei Charakteristika, die die Lehre des politischen Zionismus auszeichnen, so wie ihn Theodor Herzl, sein genialer und machiavellischer Schoepfer, der von sich mit Recht sagen konnte, er habe den juedischen Staat gegruendet, im August 1897 auf dem Kongresz von Basel zum Sieg fuehrte. (26) Ein halbes Jahrhundert spaeter ist es tatsaechlich genau diese Politik, die seine Juenger betreiben, als sie, strengstens seinen Methoden und seiner politischen Linie folgend, unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkrieges den Staat Israel in die Welt setzten. Doch lag dieses politische, nationalistische und kolonialistische Unternehmen in der Tradition des juedischen Glaubens und des juedischen Geistes?

Zur gleichen Zeit, als der Kongresz in Basel - und, aufgrund der Gegnerschaft der deutschen juedischen Gemeinde, nicht, wie es Herzl vorgesehen hatte, in Muenchen - stattfand, wurde in Amerika die Konferenz von Montreal abgehalten, auf der auf Vorschlag der damaligen repraesentativsten juedischen Pesoenlichkeit Amerikas, des Rabbiners Isaac Meyer Wise, der Antrag verabschiedet wurde, die zwei verschiedenen Auslegungen der Bibel - die politische und stammesbezogene des Zionismus und die spirituelle und universalistische der Propheten - radikal gegenueberzustellen. "Wir miszbilligen ganz und gar jede Initiative zur Gruendung eines juedischen Staates. Versuche in diese Richtung zeugen von einer irrigen Vorstellung der Mission Israels (...), deren erste Verkuender die Propheten waren. (...) Wir sagen, dasz das Ziel des Judaismus weder ein politisches oder nationales, sondern ein geistiges ist. (...) Es zielt auf eine messianische Zeit, in der alle Menschen sich dazu bekennen werden, einer groszen Gemeinschaft anzugehoeren, um das Reich Gottes auf Erden zu erschaffen." (27) So lauteten die anfaenglichen Reaktionen der juedischen Organisationen von der "Vereinigung der Rabbiner Deutschlands" bis zur "Alliance Israélite universelle de France", der "Israelitischen Vereinigung" Österreichs und den juedischen Vereinigungen in London. Diese vom Festhalten am Geiste des juedischen Glaubens gekennzeichnete Gegnerschaft zum politischen Zionismus ist immer wieder zum Ausdruck gebracht worden, auch als es in der Folge des Zweiten Weltkrieges dem israelischen Zionismus, der bei der UNO einmal mehr von den Rivalitaeten der Nationen und vor allem von der bedingungslosen Unterstuetzung der USA profitierte, gelang, sich als fuehrende Kraft durchzusetzen und, dank seiner Lobby, diese Tendenz umzukehren und auch in der oeffentlichen Meinung die israelisch-zionistische Machtpolitik gegen die groszartige prophetische Tradition siegen zu lassen. Die Kritik der groszen Geistlichen zum Schweigen zu bringen, gelang ihm gleichwohl nicht. Martin Buber, eine der groeszten juedischen Stimmen dieses Jahrhunderts, hat sein ganzes Leben ueber, bis zu seinem Tod in Israel, die Entartung und sogar die Verkehrung des religioesen Zionismus in politischen Zionismus angeprangert.

Martin Buber erklaerte in New York: "Was ich vor sechzig Jahren empfand, als ich mich der zionistischen Bewegung anschlosz, empfinde ich im wesentlichen auch heute noch. (...) Ich hatte gehofft, dasz dieser Nationalismus nicht den Weg der anderen Nationalismen gehen wuerde, die mit einer groszen Hoffnung angetreten waren und dann so weit verkamen, dasz aus ihnen ein heiliger Egoismus wurde, der es, wie es Mussolini tat, wagte, sich als sacro egoismo auszugeben, als ob der kollektive Egoismus heiliger sein koenne als der individuelle Egoismus. Als wir nach Palaestina zurueckgingen, lautete die entscheidende Frage: Wollt ihr hier herkommen als Freunde, Brueder und Teil der Voelkergemeinschaft des Nahen Ostens, oder als Vertreter des Kolonialismus und Imperialismus? Der Widerspruch zwischen dem Ziel und den Mitteln, mit denen es erreicht werden soll, hat die Zionisten gespalten: Die einen wollten von den Groszmaechten mit besonderen politischen Rechten ausgestattet werden; die anderen, vor allem die Juengeren, wollten nur, dasz man ihnen gestatte, mit ihren Nachbarn in und fuer Palaestina und fuer dessen Zukunft zu wirken. (...) Unser Verhaeltnis zu den Arabern war nicht immer vollkommen harmonisch, doch im allgemeinen hat zwischen juedischen und arabischen Doerfern gute Nachbarschaft geherrscht. Die organische Phase der Ansiedlung in Palaestina dauerte bis zur Hitler-Zeit an.

Es war eine Masse von Juden, die von Hitler gedraengt wurde, nach Israel zu gehen, und keine Elite, um in Israel Erfuellung zu suchen und die Zukunft vorzubereiten. Und so folgte einer durch eine Auswahl gesteuerten, organischen Entwicklung eine Masseneinwanderung und die sich daraus ergebende Notwendigkeit, fuer eine politische Kraft zu ihrer Sicherheit zu sorgen. (...) Die Mehrheit der Juden hat es vorgezogen, von Hitler zu lernen, anstatt von uns. (...) Hitler hat gezeigt, dasz die Geschichte nicht dem Weg des Geistes folgt, sondern dem der Macht, und dasz, wenn ein Volk stark genug ist, es toeten kann, ohne dafuer bestraft zu werden. Das war die Lage, die wir zu bekaempfen hatten. Dem 'Ihud' schlagen wir vor (...), dasz Juden und Araber sich nicht mit einer Koexistenz begnuegen, sondern zu einer Kooperation finden sollten. Dies wuerde eine wirtschaftliche Entwicklung des Nahen Ostens ermoeglichen, dank derer der Nahe Osten einen groszen und wesentlichen Beitrag fuer die Zukunft der Menschheit leisten koennte." (28) Am 5. September 1921 sagte er auf dem 12. Zionistenkongresz in Karlsbad: "Wir sprechen vom Geiste Israels, und wir glauben, den anderen Nationen nicht vergleichbar zu sein.(...) Doch wenn der Geist Israels nichts anderes ist als die Synthese unserer nationalen Identitaet, nichts als die schoene Rechtfertigung unseres zum Goetzen gewordenen kollektiven Egoismus - von uns, die wir jeden Fuersten abgelehnt haben, auszer dem Herren der Welt -, dann sind wir wie alle anderen Nationen auch, und wir trinken mit ihnen aus dem Kelch, der sie trunken macht. Die Nation ist nicht das hoechste Gut. (...) Die Juden sind mehr als eine Nation. Sie sind Mitglieder einer Glaubensgemeinschaft.

Die juedische Religion ist entwurzelt worden; und darin liegt die Krankheit, deren Symptom die Geburt des juedischen Nationalimus in der Mitte des 19. Jahrhunderts war. Diese neue Form des Landhungers ist der Hintergrund, der fuer das steht, was das moderne Nationaljudentum vom modernen westlichen Nationalismus uebernommen hat. (...) Was hat die Idee von der 'Auserwaehltheit' Israels mit all dem zu tun? 'Auserwaehltheit' bezeichnet nicht ein Gefuehl der überlegenheit, sondern einen Sinn fuer die Vorsehung. Dieses Gefuehl erwaechst nicht aus dem Vergleich mit den anderen, sondern aus einer Berufung und aus der Verantwortung heraus, eine Aufgabe zu erfuellen, an die die Propheten immer wieder gemahnt haben: Wenn ihr euch etwas darauf einbildet, auserwaehlt zu sein, anstatt im Gehorsam vor Gott zu leben, ist das ein Frevel." Er erinnerte an die "nationalistische Krise" des politischen Zionismus, der eine Perversion des juedischen Geistes darstelle, und schlosz: "Wir hatten gehofft, den juedischen Nationalismus vor dem Irrtum zu bewahren, aus einem Volk einen Goetzen zu machen. Wir sind damit gescheitert." (29)

Professor Judas Magnes zufolge, seit 1926 Praesident der Hebraeischen Universitaet von Jerusalem, wuerde das "Programm von Biltmore" aus dem Jahre 1942, das die Gruendung eines juedischen Staates in Paslaestina forderte, "zum Krieg gegen die Araber fuehren". (30) 1946, bei der Rede zu Semesterbeginn der Hebraeischen Universitaet von Jerusalem, der er seit zwanzig Jahren vorstand, sagte er: "Die neue juedische Stimme spricht durch den Mund von Gewehren. (...) Das ist die neue Thora des Landes Israel. Die Welt ist in den Irrsinn der Gewalttaetigkeit gerissen worden. Der Himmel huete uns jedoch davor, das Judentum und das Volk Israel in diese Gewalt hineinreiszen zu lassen. Ein heidnisches Judentum hat einen groszen Teil der maechtigen Diaspora erobert. Wir hatten zur Zeit des romantischen Zionismus gedacht, dasz Zion durch Rechtschaffenheit wieder hergestellt werden muesse. Alle Juden Amerikas tragen die Verantwortung fuer diesen Fehler, fuer diese unglueckliche Veraenderung, auch die, die nicht mit den Machenschaften der heidnischen Fuehrung einverstanden sind, die aber ihre Arme verschraenken und tatenlos zusehen. Die Betaeubung des Sinnes fuer Moral fuehrt zu seinem Schwund." (31)

Tatsaechlich hatten die zionistischen Fuehrer in Amerika nun, seit der Biltmore-Erklaerung, ihren maechtigsten Beschuetzer gefunden: die USA. Die Zionistische Weltorganisation hatte die Opposition der den geistigen Traditionen der Propheten Israels treu gebliebenen Juden hinweggefegt und die Schaffung nicht etwa einer "juedischen nationalen Heimstatt in Palaestina", wie es die Balfour-Deklaration ihren Buchstaben (wenn auch nicht ihrem Geiste) nach vorsah, sondern des juedischen Palaestina-Staates gefordert.

Schon 1938 hatte Albert Einstein diese Entwicklung verurteilt: "Es waere meines Erachtens vernuenftiger, erzielte man mit den Arabern eine Verstaendigung auf der Grundlage eines friedlichen Zusammenlebens, als einen juedischen Staat zu schaffen. (...) Die Vorstellung, die ich vom Wesen des Judentums habe, vertraegt sich nicht mit der Idee eines mit Grenzen, Streitkraeften und einer weltlichen Macht, wie bescheiden auch immer, ausgestatteten Judenstaates. Ich befuerchte, dasz das Judentum aufgrund der Entwicklung eines engstirnigen Nationalismus in unseren Reihen immensen Schaden nimmt. (...) Wir sind nicht mehr die Juden der Zeit der Makkabaeer. Wieder eine Nation zu werden, im politischen Sinne des Wortes, kaeme einer Abwendung von der Vergeistigung unserer Gemeinde, die wir dem Genie unserer Propheten verdanken, gleich." (32)

An Mahnungen hat es, bei jeder Verletzung des Voelkerrechts durch Israel, nicht gemangelt. Um nur zwei Beispiele zu nennen, als laut ausgesprochen wurde, was Millionen von Juden denken, ohne es unter der intellektuellen Inquisition der israelo-zionistischen Lobby sagen zu koennen: 1960 erklaerte der American Council for Judaism anlaeszlich des Eichmann-Prozesses in Jerusalem: "Der American Council for Judaism hat am gestrigen Montag Herrn Christian Herter einen Brief uebermittelt, um der israelischen Regierung das Recht abzusprechen, im Namen aller Juden zu sprechen. Der Council erklaert, dasz das Judentum eine Angelegenheit des Glaubens und nicht der Nationalitaet ist." (33)

Am 8. Juni 1982 schreibt Professor Benjamin Cohen von der Universitaet Tel Aviv aus Anlasz der blutigen Invasion der Israelis im Libanon an Pierre Vidal-Naquet: "Ich schreibe Ihnen waehrend so eben das Radio berichtet, dasz 'wir' dabei waeren, 'unser Ziel im Libanon zu erreichen', naemlich den Bewohnern Galilaeas 'den Frieden' zu bringen. Diese Luegen, die eines Goebbels wuerdig sind, machen mich wahnsinnig. Es ist offensichtlich, dasz dieser grausame Krieg, barbarischer als alle zuvor, weder etwas mit dem Attentat in London, noch mit der Sicherheit Galilaeas zu tun hat. (...) Juden, Soehne Abrahams... koennen Juden, selbst Opfer so vieler Brutalitaeten, ihrerseits so grausam werden?... Der groeszte Erfolg des Zionismus wird also in der 'Entjudung' der Juden liegen. Tun Sie alles, was in Ihrer Macht steht, dafuer, liebe Freunde, damit die Begins und Sharons nicht ihr zweifaches Ziel erreichen: die endgueltige Vernichtung (ein dieser Tage hierzulande beliebter Ausdruck) der Palaestinenser als Volk und der Israelis als Menschen." (34) "Professor Leibowitz bezeichnet die israelische Politik im Libanon als judeo-nazistisch." (35) Das ist es, worum es im Kampf zwischen dem prophetischen juedischen Glauben und dem zionistischen Nationalismus, der, wie jeder Nationalismus, auf der Ablehnung des anderen und der Heiligung seiner selbst beruht, geht.

Jeder Nationalismus braucht die Heiligung seiner Absichten: Nach dem Auseinanderfallen des Christentums haben sich alle Nationalstaaten angemaszt, das Erbe des Heiligen angetreten und den Auftrag Gottes erhalten zu haben: Frankreich ist "der Kirche aelteste Tochter", durch die sich der Wille Gottes erfuellt (Gesta Dei per Francos); Deutschland "ueber allem", weil "Gott mit uns" ist; Eva Peron erklaert, es sei die "Mission Argentiniens, der Welt Gott zu bringen", und 1972 weissagt der Premierminister Suedafrikas Vorster, beruehmt fuer den furchtbaren Rassismus der Apartheid: "Vergessen wir nicht, dasz wir Gottes Volk und mit einer Mission beauftragt sind." Der zionistische Nationalismus teilt diese Trunkenheit aller Nationalismen. Auch die geistig hellsten Koepfe haben sich von dieser Trunkenheit anstecken lassen. Selbst ein Mann wie Professor André Neher, der in seinem so schoenen Buch L'Essence du prophétisme schreibt - nachdem er so gut die universelle Bedeutung des Bundes, des Bundes Gottes mit dem Menschen herausgearbeitet hat -, dasz Israel "das Zeichen par excellence der goettlichen Geschichte der Welt [ist]. Israel ist die Achse der Welt, sein Nerv, der Mittelpunkt, das Herz." (36) Solche Äuszerungen erinnern fatal an den "arischen Mythus", dessen Ideologie den Pangermanismus und den Hitlerismus begruendete. Auf diesem Wege befinden wir uns an den Antipoden der Lehre der Propheten und des wunderbaren "Ich und Du" Martin Bubers. Die Ausschlieszlichkeitslehre unterbindet den Dialog: Man kann mit Begin oder Hitler keine "Zwiesprache halten", denn ihre rassistische überheblichkeit und ihr vermeintlich alleiniger Bund mit dem Goettlichen laeszt sie vom anderen nichts mehr erwarten. Am 25. Februar 1994 massakriert Dr. Baruch Goldstein am Grabe der Patriarchen betende Araber. (37) Am 4. November 1995 ermordet Jigal Amir Jitzhak Rabin: "auf Befehl Gottes" und seiner Gruppe "die Krieger Israels", jedweden hinzurichten, der den Arabern "heiliges Land" von "Judaea und Samaria" (das derzeitige Westjordanland) ueberlaeszt.

Unsere Kenntnisnahme der zionistischen Verbrechen geschieht in der Fortsetzung der Bemuehungen jener Juden, die den prophetischen Judaismus gegen das Stammesdenken des Zionismus zu verteidigen versucht haben; keineswegs also im Sinne des Antisemitismus. Was letzteren speist, ist nicht die Kritik an der israelisch-zionistischen Politik der Aggression, des Betruges und des Blutes, sondern die bedingungslose Unterstuetzung dieser Politik, die von den groeszten überlieferungen des Judaismus nur das fuer sich behaelt, was - mittels einer wortwoertlichen Auslegung - ihre Politik rechtfertigt und sie ueber jedes Voelkerrecht stellt, indem sie sie mit Mythen aus Vergangenheit und Gegenwart heiligt. Wir aber wissen, dasz es in unserer Zeit keine andere Alternative zum Krieg als den Dialog gibt; und die Vorbedingung fuer ein jedes Gespraech darin liegt, dasz jeder den anderen mit Respekt betrachte, dasz einem jeden die eigenen Grenzen, der eigene Mangel bewuszt werde, dasz ein jeder erkenne, was ihm zu seinem eigenen Glauben fehlt: Dasz er den anderen, das Gegenueber braucht, um diesem Mangel abzuhelfen: Dasz der Respekt Bedingung fuer jegliche überwindung seiner selbst, fuer jegliches Verlangen nach Erfuellung, dasz er die Seele eines jeden lebendigen Glaubens ist.

 

ANMERKUNGEN

1 Roger Garaudy: Grandeur et décadence de l'Islam, Paris 1996, Ed. AFKAR

2 Roger Garaudy: Avons-nous besoin de Dieu?, Paris 1984, Ed. Desclée de Brouwer, mit einem Vorwort von Abbé Pierre.

3 Roger Garaudy: Vers une guerre de religion, Paris 1995, Ed. Desclée de Brouwer, mit einem Vorwort von Leonardo Boff

4 Roger Garaudy: Les Mythes fondateurs de la politique israélienne, Paris , 1995, La Vielle Taupe; im Selbstverlag Roger Garaudy 1996.

5 Washington Post vom 3. Oktober 1978

6 Kimhe John, Palestine et Israël, Paris 1973, Ed. Albin Michel, S. 27.

7 ebenda S. 240

8 Nadav Shragai, Haaretz vom 13. Maerz 1992

9 Kivunim ("Orientierungen") Nr. 4, Februar 1982, S. 82 bis 59

10 Itzak Shamir, Looking back, looking ahead, 1987, S. 574

11 Siehe zu diesem Thema auch: Friedrich-Wilhelm Marquardt: Theologie nach Auschwitz; Albert H. Friedlander: Juedische Theologie nach Auschwitz; Reinhold Oberlercher: über Adorno, das Judentum und die Deutschen - alles in Sleipnir 2/1995; der zuletzt genannte Aufsatz ist inzwischen Teil der Anklageschrift "wegen Volksverhetzung" gegen den Verlag und die Sleipnir-Redaktion

12 aus "Interntionale Liga gegen Antisemitismus" wurde "Internationale Liga gegen Rassismus und Antisemitismus", d.Ü.

13 Pater Lelong hat, vergleichbar mit Abbe Pierre, ebenfalls zur aktuellen Diskussion um den vorliegenden Text Stellung genommen.

14 Le Monde vom 17. Juni 1982

15 Änderung des Gesetzes ueber die Pressefreiheit aus dem Jahre 1990, genannt das Fabius-Gayssot-Gesetz: die franzoesische Entsprechung des Paragraphen 130 StGB, "Volksverhetzung".

16 Siehe Pierre Guillaume, Wider besseres Wissen, Sleipnir 3/96.

17 La Vieille Taupe Nr. 2, Winter 1995; Grundlage fuer die übersetzung ins Deutsche war die Ausgabe im Selbstverlag Roger Garaudy 1996.

18 <http://www.codoh.com>

19 Encyclopaedia of zionism and Israel, Herzl Press, New York 1971, Bd. 2, S. 1262

20 Theodor Herzl: Diaries, Ed. Victor Gollancz 1958 (rueckuebersetzt)

21 ebenda S. 54 (rueckuebersetzt)

22 ebenda S. 54 ff. (rueckuebersetzt)

23 Theodor Herzl, L'Etat juif (Der Judenstaat), S. 45 (rueckuebersetzt)

24 Thedor Herzl, Der Judenstaat, S. 36

25 Theodor Herzl, Diaries (Tagebuecher), Bd. III, S. 105 (rueckuebersetzt)

26 ebenda, S. 224 (rueckuebersetzt)

27 Zentralkonferenz der amerikanischen Rabbiner, Yearbook VII, 1897, S. XII

28 Jewish Newsletter vom 2. Juni 1958.

29 Martin Buber, Israel and the world, New York 1948, S. 263

30 Norman Bentwich, For Zion Sake (Biographie JudasMagnes'), Jewish Publication Society of America, Philadelphia 1954, S. 352

31 ebenda S. 131

32 Rabbi Moshe Menuhin, The Decadence of Judaism in our time, 1969, S. 324

33 Le Monde vom 21. Juni 1960

34 Offener Brief in Le Monde vom 19. Juni 1982, S. 9

35 Jediot Aharonot vom 2. Juli 1982, S. 6

36 André Neher, L'Essence du prophétisme, Paris 1972, Ed. Calman-Lévy, S. 311

37 Ein an dieses Ereignis erinnernder und es kommentierender Aufsatz "Das Schweigen der Laemmer" von Eduard Peter Koch in Sleipnir 1/1996 ist inzwischen Gegenstand staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen "wegen Beschimpfung von Religionsbekenntnissen" und "wegen Volksverhetzung"; Geschaefts-Nr. 352 Cs 2420/96 beim Amtsgericht Berlin-Tiergarten.


This text is a chapter of "Die Gruendungsmythen der israelischen Politik", by Roger Garaudy.

This is the German translation of "Les Mythes fondateurs de la politique israelienne", 2nd edition, Paris.

The copyright (©) belongs to the author. It was published by Samisdat Roger Garaudy, ISBN 2-951-000-5 in 1996. The original book may be ordered from LA LIBRAIRIE DU SAVOIR, 5 rue Malbranche, 75005 Paris. This translation by Peter Topfer was published in SLEIPNIR 4/96. This cultural magazine may be ordered from VERLAG DER FREUNDE, Postfach 350264, 10211 Berlin, Germany.

It has been computerized, displayed on the Net, and forwarded to you as a tool for educational purpose, further research, on a non commercial and fair use basis, by the Internationl Secretariat of the War and Holocaust Tales Ancient Amateurs' Association in 1996. The Email of the Secretariat is aaargh@abbc.net

We see the act of displaying a written document on Internet as the equivalent of displaying the said document on the shelves of a library open to the public. It costs us a modicum of labor and money. The only benefit accrues to the reader who, we surmise, thinks by himself.

The French version is visible at http://codoh.com/zionweb/zionmythgarmyth.html

The English version is visible at http://codoh.com/zionweb/zionmythgar.html

The Italian edition is available from GRAPHOS, Campetto 4, 16123 Genova, Italy. An Arabic translation is available in Beirut.

Be reminded of Section 107 of the US Copyright Law:

Section 107. Limitations on exclusive rights: Fair use

The fair use of copyrighted work, including such use by reproduction in copies or phonorecords or by any other means specified in above sections, for purposes such as criticism, comment, news reporting, teaching (including multiple copies for classroom use), scholarship, or research, is not an infringement of copyright. In determining whether the use made of a work in any particular case is fair use the factors to be considered include:

(1) the purpose and character of the use, including whether the use is of a commercial nature or is for nonprofit educational purposes;

(2) the nature of the copyrighted work;

(3) the amount and substantiality of the portion used in relation to the copyrighted work as a whole, and;

(4) the effect of the use upon the potential market value of the copyrighted work.


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